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Tagung «Akademisches Schreiben lernen – zwischen Schule und Hochschule»

3. April 2012

Akademisches Schreiben lernen – zwischen Schule und Hochschule

Tagung zum Thema schulische Facharbeit und ihr Beitrag zum akademischen Schreiben.

Universität zu Köln, 1. Juni 2012

Herzlich eingeladen sind insbesondere Lehrer/innen, Lehramtsstudierende, -anwärter/innen und -ausbilder/innen, die ggf. selbst einschlägige Projekte umsetzen (wollen) bzw. in ihrer beruflichen Praxis Facharbeiten anleiten, wie auch Forscher/innen und Nachwuchswissenschaftler/innen, die zum schulischen bzw. akademischen Schreiben arbeiten und alle anderen, die sich für das Thema interessieren.

Weitere Informationen und Anmeldung unter
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/deutsch/lehrende/schindler/tagung/

Daniel Ammann | Tagungen/Calls | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Portfolio macht Schule

19. Februar 2012

Der “shooting star” unter den Textsorten in Schule und Studium ist eindeutig das Portfolio. Das hängt u.a. mit der zunehmenden Wahrnehmung reflexiver Praxis als Lernmedium zusammen. Allerdings gibt es massive Defizite in Kenntnis und Gebrauch dieser Textsorte. Das u.g. Buch will diesbezüglich Abhilfe schaffen.
Und hier die offizielle Verlagsankündigung:

Gerd Bräuer, Martin Keller, Felix Winter (Hrsg., 2012). Portfolio macht Schule. Unterrichts- und Schulentwicklung mit Portfolio. Klett/Kallmeyer.

Portfolios stoßen heute in Schulen und in anderen Bildungseinrichtungen mehr und mehr auf Interesse. Wie aber kommt das Portfolio in die Schule und in den Unterricht, wie gelingt seine Einführung und Verankerung? Braeuer_Keller_Winter_2012Portfolioarbeit tangiert viele Bereiche schulischer Arbeit: den Unterricht, die Leistungsbeurteilung, die Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Eltern u. a. m., letztlich sogar die gesamte Lern- und Schulkultur. Das Portfolio weist somit über sich selbst hinaus und eröffnet erweiterte Reformperspektiven, hat doch die Einführung der Portfolioarbeit immer auch eine Schulentwicklungsseite bzw. ist selbst Schulentwicklung. So sollte sie denn auch von Anfang an betrachtet und angelegt werden – als offener, gesteuerter, kulturbildender Prozess.Das Buch der Portfolioexperten zeigt auf, wie Portfolioarbeit so eingeführt werden kann, dass sie gelingt, nachhaltig wirkt und das Kerngeschäft, den Unterricht, erreicht. Es vermittelt Grundlagen zur Portfolioarbeit und stellt verschiedene Portfoliotypen (Talentportfolio, Projektportfolio, Bewerbungsportfolio, Lern- Entwicklungsportfolio) vor. Zugleich zeigt es an repräsentativen Beispielen, wie an Schulen Portfolios eingeführt wurden, welche Prozesse dabei zielführend waren und welche Schwierigkeiten oder Stolpersteine überwunden werden mussten. Mit hilfreichen Arbeitsblättern zum Download.Ein praxisnaher Wegweiser, der sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und Fächer richtet sowie an Personen, die in Schulleitungen, Schulbehörden und in wissenschaftlichen Einrichtungen tätig sind und vor Ort eine offenere Lernkultur einführen möchten.

Gerd Braeuer | Allgemein, Literatur und Links | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Schreibarrangements für Schule, Hochschule, Beruf

11. Februar 2012

Neuerscheinung
Bräuer, Gerd und Schindler, Kirsten
Schreibarrangements für Schule, Studium, Beruf

Fillibach Verlag (ISBN 978-3-931240-67-7)

Verlagsbeschreibung:
Die Begleitung und Förderung von Schreibenden kann und darf nicht allein durch den Deutschunterricht geleistet werden, wenn die Entwicklung von Schreibfähigkeit nicht auf bestimmte Schreibanlässe und Textsorten reduziert werden soll. Im Fach Deutsch sollten die Grundlagen f
ür eine flexible Schreibkompetenz geschaffen werden, die dann in den Fächern diskursspezifisch profiliert wird. Die besondere Herausforderung für die Schreibenden wie für die Lehrenden liegt dabei in fachübergreifenden Ansprüchen. Gerd Bräuer und Kirsten Schindler haben dazu in diesem Buch inhaltliche und didaktisch-methodische Anregungen braeuer_schindler2011zusammengetragen und systematisiert. Auf der Grundlage zentraler Theorien zur individuellen Schreibentwicklung und zur Textproduktion werden Schreibarrangements für verschiedene Unterrichtsfächer, das Lehrerstudium bzw. den Lehrberuf vorgestellt. Schreibarrangements bestehen aus einer Sequenz von fachspezifischen, aber auch fächerverbindenden bzw. -übergreifenden Aufgaben im Umgang mit Informationen. Schreibarrangements zielen dabei in zwei Richtungen: Sie intensivieren das Lernen im Fach und optimieren das Schreiben in konkreten Diskursgemeinschaften.

Eine Rezension zu diesem Buch in Zeitschrift Schreiben finden Sie hier.

Gerd Braeuer | Allgemein | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Text-Netze, Schreib-Netze, Denk-Netze – Schreiben in Studium und Beruf

13. Dezember 2011

Das Forum wissenschaftliches Schreiben lädt Sie zu seiner vierten internationalen Konferenz vom 7. bis 8. Juni 2012 in Basel ein.
The Forum Academic Writing invites you to attend the 4th international conference in
Basel / Switzerland   7. – 8. June 2012.

Weitere Informationen

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Prowitec-Symposium 23./24. Juni in Rapperswil (CH)

5. Mai 2011

Das IX. Prowitec-Symposion zum Thema «Schreiben unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit» findet am 23. und 24. Juni 2011 in Rapperswil statt.

Weitere Infos und Anmeldung hier.

Programm:
http://www.prowitec.rwth-aachen.de/p-tagung/2010-2011/prowitec2011_programm.pdf

Wir leben in einer vernetzten Welt: Der Austausch von Gütern und Regelwerken, mobile Kulturen und Mobilität in der Bildung führen zu sprachlicher und kultureller Diversität. Sie begegnet uns in vielen Bereichen, sei es in international tätigen Unternehmen oder in Hochschulen, internationalen Studierenden- und Forschergruppen. Sprachliche und kulturelle Diversität ist auch in der Schule gelebte Realität, in der Schülerpopulationen zunehmend mehrsprachig sind. Ähnliches gilt für Behörden, die über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg kommunizieren.
Das IX. Prowitec-Symposion interessiert sich für Kommunikationsprozesse unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit: Wie beeinflusst die sprachliche und kulturelle Diversität der Kommunikationspartner ihr Schreiben? Wie laufen mehrsprachige Textproduktionsprozesse ab? Wie lässt sich Schreib? und Textkompetenz unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit modellieren, wie lässt sie sich – je nach institutionellem Kontext – vermitteln?
Das IX. Prowitec-Symposion will diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven diskutierten. Erwünscht sind Beiträge, die sich aus empirischer, theoretischer, didaktischer und/oder methodischer Sicht mit dem Schreiben unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit auseinandersetzen. Dies kann in Form von überblicksorientierten Darstellungen, Modellierungsansätzen, Fallstudien oder didaktischen Konzepten erfolgen. Die Interessen des Symposions bilden sich exemplarisch in folgenden Fragen ab:

Beruf

  • Wie verändert sich der Schreibprozess, wenn für Kollegen oder Vorgesetzte an Standorten in anderen Wirtschaftsregionen geschrieben wird? Wie wirkt sich eine internationale Belegschaft an einem Standort auf die Gestaltung von Schreibprozessen aus?
  • Wie beeinflusst sprachliche und kulturelle Diversität die Nutzung verschiedener Medien der schriftlichen Kommunikation (Mail, Wiki, Kollaborationssoftware)?
  • Welche Folgen ggf. Probleme ergeben sich, wenn alle Beteiligten in der Zweitsprache Englisch Texte verfassen?
  • Welche Schreib- und Textkompetenz brauchen Behörden für die schriftliche Kommunikation mit einem sprachlich und kulturell diversen Publikum?
  • Welche Formen und Medien gibt es für öffentliches Schreiben in der EU?

Hochschule

  • Schreiben in der Zweitsprache (bei Studienaufenthalten im Ausland) – welche Probleme sind zu bewältigen? Wie sehen geeignete Unterstützungsmodelle aus?
  • Welche Veränderung zieht das Publizieren in der Wissenschaftssprache Englisch für Diskursgemeinschaften nach sich?
  • Welche Text- und Schreibkompetenzen verlangt ein internationalisierter Arbeitsmarkt von Hochschulabsolventen und -absolventinnen?

Schule

  • Wie wird Schreib? und Textkompetenz in Schulen mit mehrsprachigen Schülern vermittelt?
  • Mit welchen Ausgangsvoraussetzungen sind Lehrer konfrontiert? Wie werden sie auf diese Aufgabe vorbereitet?

Präsentationsformate
Das Symposion sieht folgende Präsentationsformate vor:

  • Vortrag (25 Minuten plus 20 Minuten Diskussion)
  • Workshop (90 Minuten)
  • Poster

Veranstalterin
Prowitec e.V.: Prof. Dr. Eva-Maria Jakobs, RWTH Aachen, Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft, e.m.jakobs@tk.rwth-aachen.de; Dr. Dagmar Knorr, Universita?t Hamburg, Institut für Germanistik 1, dagmar.knorr@uni-hamburg.de

Gastgebende Hochschule und Organisation vor Ort

Hochschule für Technik Rapperswil, Prof. Dr. Annette Verhein, Email: averhein@hsr.ch
Jutta Heidecke (Tagungssekretariat), Email: jutta.heidecke@hsr.ch; Tel.: +41 55 222 4988 Hochschule für Technik Rapperswil, Oberseestrasse 10, CH-8640 Rapperswil, Raum 5.001

Daniel Ammann | Tagungen/Calls | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Lesen und Schreiben im Studium

26. November 2010

Das neue Buch von Otto Kruse: Lesen und Schreiben im Studium. Der richtige Umgang mit Texten im Studium.
Konstanz: UVK/ UTB, 2010. 182 Seiten.

Verlagsinfo: Wissenschaftliches Lesen und Schreiben sind die zentralen Kompetenzen im Studium. Anstatt mühsam aus Fehlern zu lernen, erfährt man hier alles über den richtigen Umgang mit Texten. Der Band hilft, die vielfältigen Anforderungen zu verstehen und passende Lösungen zu finden.
Wichtige Themen: Textsorten in Studium und Wissenschaft, Dokumentation des Gelesenen, Unter schiede zum schulischen Schreiben, Umgang mit Schreibblockaden, Lesen und Schreiben in Praxis und Beruf.
Wozu liest man, wozu schreibt man?
Welche Konventionen gelten in der Wissenschaft?
Welche Probleme treten beim Lesen und Schreiben auf?

Die Rezension in der Zeitschrift Schreiben finden Sie hier.

Daniel Ammann | Literatur und Links | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Lesen – Schreiben – Sprachbewusstheit

3. September 2010

Die Entwicklung literaler Kompetenzen an der Hochschule

Konferenz an der Universität Bielefeld, 27. bis 28. Januar 2011

Der Erwerb literaler Kompetenzen ist mit dem Abitur nicht abgeschlossen, sondern setzt sich im Laufe eines Studiums oder einer beruflichen Ausbildung fort. Diskussionsbedarf besteht sowohl über die genaue Beschaffenheit von Lese-, Schreib- und Sprachkompetenz als auch über geeignete Methoden, diese zu erfassen, zu messen und vor allem: sie weiterzuentwickeln. Da die literalen Kompetenzen eng miteinander verzahnt sind, sollen sie parallel in den Blick genommen und in ihren Interdependenzen diskutiert werden.

Ziel der Konferenz ist die Diskussion aktueller Ansätze der Literalitätsforschung. Im Fokus stehen dabei Ansätze, die sich mit der nach-schulischen, d.h. universitären oder beruflichen Weiterentwicklung literaler Kompetenzen befassen. Interessierte sind dazu eingeladen, sich an der interdisziplinären Diskussion und Vernetzung zu beteiligen. Mögliche Themenfelder sind die Analyse empirischer Daten, auf der Analyse beruhende theoretische und/oder didaktische Überlegungen sowie methodische Vorschläge anhand folgender Fragestellungen:

Auf welchem Stand sind die literalen Kompetenzen von SchulabgängerInnen direkt nach dem Schulabschluss? Durch welche didaktischen Ansätze können literale Kompetenzen nachweisbar gefördert werden? Wie übertragen Studierende nach ihrem Abschluss die erworbenen Kompetenzen in einen professionellen Rahmen?

Wir bitten Sie, sich in Ihren Abstracts deutlich auf unsere Fragestellungen zu beziehen und anzugeben, welchem Teilbereich Sie zugeordnet werden möchten.

Termine

Deadline für Abstracts: 15.10.2010; Benachrichtigung: 1.11.2010

Anmeldung (bis 30.11.)

Ein Anmeldeformular und weitere Informationen finden Sie unter http://www.uni-bielefeld.de/lili/projekte/likom/tagung.html

Call for Papers: http://zeitschrift-schreiben.eu/blog/wp/wp-content/uploads/2010/09/LiKom-cfp.pdf

Nadja Sennewald | Tagungen/Calls | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Themenschwerpunkt “Wissenschaftliches Schreiben im Studium” in: Das Hochschulwesen 58, 1/2010

17. März 2010

Zu den Inhalten des Hefts finden Sie Informationen unter: hsw-1-2010

In dem Heft finden Sie auch meinen Beitrag zur Qualifizierung von Teaching Assistants (Doktorand/innen mit Lehraufgaben) an der Cornell University für schreibintensive Lehre. HSW_SLahm Im Zentrum steht die Praxis des “Assignment Design” (S. 23-25), d. h. die Konzeption von schriftlichen Aufgabenstellungen. Die Doktorandinnen und Doktoranden reflektieren ihre eigene wissenschaftliche Praxis und konzipieren davon ausgehend dann (Schreib-)Aufgaben für Studierende, die dazu geeignet sind zu lernen, wie im jeweiligen Fach gearbeitet wird. Die besondere Qualität der auf diese Weise entwickelten Aufgaben liegt darin, dass sie Studierende unmittelbar in eine vertiefte Auseinandersetzung mit fachlichen Fragen führen. Das Schreiben ist dabei sowohl Lerngegenstand (learning to write) als auch Lernmedium (writing to learn) (vgl. den Beitrag von Katrin Lehnen, in: Lévy-Tödter/Meer 2009).

Da auch in dieser Zeitschrift nun erfreulicherweise immer mehr Beiträge zum Thema schreibintensive Lehre und Schreibaufgaben erscheinen (vgl. Schindler 2008 und Bräuer/Schindler 2010), hoffe ich mit dem Hinweis auf den Artikel weitere Diskussion anzustoßen. Ich bin überzeugt, dass der Ansatz des Knight Institute in Cornell wichtige Impulse geben kann, um die Schreib-, Lehr- und Lernkultur an Universitäten nachhaltig zu verändern und freue mich auf Ihre Blog-Kommentare oder auch direkten Austausch.

Kontakt: Swantje Lahm, Schreiblabor Universität Bielefeld, swantje.lahm@uni-bielefeld.de

Swantje Lahm | Allgemein | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Wissenschaftliches Schreiben als Schlüsselkompetenz

16. Dezember 2009

Das Forums wissenschaftliches Schreiben lädt Sie zu seiner dritten internationalen Konferenz ein:
Zürich, 10. –11. Juni 2010.

Wissenschaftliches Schreiben als Schlüsselkompetenz / Academic Writing as Key Competence

Schreiben im Studium und Schreiben im akademischen oder praxisbezogenen Berufsalltag beziehen sich aufeinander. An der Konferenz werden Möglichkeiten und Grenzen dieser Bezugnahme thematisiert. Sie bietet Fachleuten fürs Schreiben, Verantwortlichen von Hochschulen sowie weiteren Interessierten Anregungen, Zeit und Raum für Diskussion und Networking.

Call for Papers (PDF, aktualisiert)

Daniel Ammann | Tagungen/Calls | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

VIII. Prowitec Symposium „Schreiben und Medien – medienspezifische Schreibprozesse“, Gießen, 8.-9. Oktober 2009

7. November 2009

Welche Rolle spielen (neue) Medien in Schule, Hochschule und Beruf? Wie verändern sie unsere Kommunikationspraktiken, insbesondere das Schreiben und Lesen von Texten? Welcher Art sollten methodisch-didaktische Konzepte sein, um Lernende in der kompetenten Nutzung der neuen Medien zu unterstützen?
Diese und andere Fragen diskutierte das VIII. Prowitec Symposium in Gießen. Das diesjährige Symposium legte damit einen besonderen Schwerpunkt auf die Frage medienspezifischer Schreibprozesse, die es anhand der Ausbildungslinien (Schule, Hochschule, Beruf) nachvollzog. Die Diskussion, so zeigte Programm wie Teilnehmerfeld, verlangt eine ebenso interdisziplinäre (Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Erziehungswissenschaften, Mediendidaktik) wie internationale (Vortragende und Zuhörende kamen aus Deutschland, Dänemark, Italien, Österreich und der Schweiz) Perspektive. Neue Medien wirken global(isierend). Wie, wozu und in welcher Qualität die Nutzung erfolgt, ist empirisch, besonders aber theoretisch wie didaktisch noch weitgehend Forschungsdesiderat. Erhebungen zur Zielgruppe wie statistische Befunde geben nur unzureichend Auskunft über die sich dahinter verborgenen Prozesse.
Das Symposium wurde durch einen Vortrag der Veranstalterinnen eröffnet. Katrin Lehnen (Gießen), Kirsten Schindler (Köln) und Eva-Maria Jakobs (Aachen) stellten eine exemplarische Bestandsaufnahme der drei Domänen, Schule, Hochschule, Beruf vor. Lehnen konstatiert eine zunehmende Auseinandersetzung zum Themenbereich ‚Schule und neue Medien’, problematisiert gleichzeitig den zum Teil unklar gebrauchten Medienbegriff wie die undifferenzierten mediendidaktischen Konzepte. Zur Aufbereitung des Feldes schlägt sie ein dreidimensionales Modell vor, das zwischen computergestützter Textproduktion, Schreiben in neuen Medien und E-Learning unterscheidet. Im ersten Bereich wirken neue Medien als Schreibmedium (z. B.Tastatur), im zweiten als Kommunikationsmedium, im dritten schließlich als Lernmedium. Schindler zeigt, wie vielfältig neue Medien inzwischen den Hochschulalltag prägen. Neue Medien werden zur Unterstützung von Service, Verwaltungs- und im weitesten Sinne Dienstleistungsaufgaben eingesetzt, sie fungieren als Element der PR, sie ermöglichen neuartige Forschungstätigkeiten (beispielsweise durch Online Zeitungen wie die „Zeitschrift Schreiben“ und Forschungsplattformen wie das „ipTS Interdisziplinäres Portal Textproduktion und Schreiben“) und sie werden in der Lehre eingesetzt. Mit der Nutzung solcher Lernplattformen sind technische, juristische, aber vor allem auch methodisch-didaktische Fragen verknüpft, zu denen bislang noch wenig Antworten vorliegen. Jakobs stellt anschaulich vor, in welcher Geschwindigkeit neue Medien in den Berufsalltag eingedrungen sind und in welcher Ausdifferenziertheit sie eingesetzt werden. Unternehmen operieren inzwischen mit verschiedenen medialen Gattungen gleichzeitig, die sie gezielt für unternehmerische Belange einsetzen, z.B. Blog, Forum, E-Mail, Webseite, Newsletter etc. Am Beispiel der Altenpflege zeigt sie, wie sich durch neue Medien wie auch die Pflicht zur Dokumentation berufliche (Schreib-)Anforderungen verändern. Ausbildung wie Forschung bieten bislang kaum überzeugende Konzepte zur Unterstützung dieser medialen Schreibkompetenten an.
Daniel Perrin (Winterthur) akzentuiert in seinem Vortrag eine zentrale ‚Neuigkeit’ der neuen Medien. Neu sei, dass ein Text in sehr unterschiedlichen Ausgabeformaten repräsentiert sein könne (das bezieht sich auf die Größe des Ausgabegeräts, Handy, Bildschirm etc., wie auch auf die weitere Verwendung des Textes) und in all diesen Formaten funktional sein müsse. Neue Medien – und das hat einerseits theoretische Konsequenzen – verändern also unseren Begriff der Einheitlichkeit von Text und Format, so wie er noch den alten Printmedien (Zeitungen, Buch) zugrunde lag. Neue Medien bedingen aber auch andere Schreibkompetenzen für die in seinem Vortrag diskutierte Gruppe der Berufsjournalisten. Ein Journalist müsse in mehreren Formaten kompetent sein oder sich durch Formen kollaborativen Schreibens Expertise aneignen.
An diese beiden Überblicksvorträge anknüpfend fokussierte der erste thematische Strang den Bereich „Schule“. Olaf Gätje (Gießen) breitet am Beispiel der Bildungsstandards Deutsch das bereits von Lehnen akzentuierte Problem des inkonsequenten Medienbegriffs aus. Unter dem Stichwort ‚Medien’ fänden sich sehr unterschiedliche Zuschreibungen. In der engen Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualitätsentwicklung Hessen (Gätje/Lehnen) sei die Schwierigkeit der konsistenten, widerspruchsfreien und (auch Moden) überdauernden begrifflichen Schärfung aber auch ganz praktisch als Problem erkannt geworden. Ulla Kleinberger (Winterthur) und Franc Wagner (Zürich) stellen empirische Befunde aus unterschiedlichen Studien zum Schreiben von Schülerinnen und Schülern in neuen Medien vor. Sie zeichnen dafür einen weiten Bogen des Einsatzes von neuen Medien in der Vorschule bis zur Sekundarstufe II. Neue Medien können, so ein Fazit, Schreibmotivation wie auch Schreibkompetenz fördern. Dass sie zum Verfall der Schriftkultur beitragen, beispielsweise in der übermäßigen Nutzung von Emoticons, sei eine Legende, die sich durch empirische Belege nicht erhärten lässt. Christine Trepkau (Flensburg) stellt ein konkretes Projekt vor, in dem WebQuests für den Deutschunterricht genutzt werden. Es reicht nicht, so stellt die Vortragende eindringlich dar, das technische Instrumentarium verfügbar zu machen, es bedarf einer methodischen Aufbereitung, klarer Schreibanweisungen und entsprechender Hilfsangebote, damit die Schülerinnen und Schüler auch davon profitieren könnten. Karin Tschakert (Berlin) verbindet die Überlegungen zur Prozessorientierung einerseits mit neuen Medien andererseits, hier im Sinne eines Schreibmediums, und prüft in ihrem experimentellen Setting, ob und entsprechend wie sich die Schreibleistung verändert. Ihr erster Schluss aus den Befunden: Neue Schreibmedien unterstützen die Prozessorientierung beim Schreiben und tragen so zur Schreibkompetenz bei.
Michael Beißwenger (Dortmund) bezieht sich in seinem Vortrag auf den Umgang mit Wikis im Ausbildungskontext Hochschule, mit denen er insbesondere kollaborative Schreibprozesse anleitet. Wikis eignen sich dank der schnellen Einarbeitung und der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auch für die Schule. Synergieeffekte lassen sich insbesondere in der Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, (Deutsch-)Lehrerinnen und Lehrern, erzielen. Odile Endres (Greifswald) nutzt ebenfalls Wikis für ihre Hochschullehre und stellt ein ausgewähltes Lehrprojekt vor. Studierende entwickeln kooperativ und in eigenem Projektmanagement einen virtuellen Stadtführer für die Stadt Greifswald. Helmuth Feilke, Martin Steinseifer und Katrin Lehnen (Gießen) stellen eine in der Entwicklung befindende elektronische Schreibumgebung vor, die zum einen Studierende im wissenschaftlichen Schreiben unterstützt, zum anderen Schreibprozesse für eine systematische Analyse aufzeichnet. Ziel ist die Ausbildung zur Kontroversefähigkeit, die als zentraler Bestandteil wissenschaftlicher Schreibkompetenz identifiziert wurde. Melanie Brinkschulte (Göttingen) zeigt an Beispielen, wie sich Schreibpartnerschaften zwischen Mutter- und Fremdsprachenlernenden elektronisch anbahnen und institutionell verankern lassen. Schreiben in einer elektronischen Umgebung wird hier sowohl zum Kommunikationsmedium als auch zum Lernmedium: dem Erlernen der fremden Sprache und ihrer (wissenschaftlichen) Schreibkonventionen. Doris Fetscher (Zwickau) eröffnet mit ihren Überlegungen zum interkulturellen Schreiben in neuen Medien einen bislang weniger diskutierten Bereich des Nutzungseinsatzes. Neue Medien, hier Forendiskussionen von Teilnehmenden eines Kurses zum Thema „Interkulturalität“ an der Universität Zwickau, dokumentieren Schreibhandlungen. Forschungsdaten ergeben sich hier als natürliches ‚Abfallprodukt’ aus den eines schriftlichen Mediums geschuldeten Aushandlungsprozessen.
Mit dem Vortrag von Annette Verhein (Rapperswil) und Bruno Frischherz (Zürich) wurde das dritte Panel, „Beruf“, eröffnet. Die Vortragenden betonen den insbesondere für die neuen Medien relevanten Aspekt der (schriftlichen) Kollaboration. Texte für neue Medien entstehen im Zusammenspiel verschiedener Akteure, die sich entsprechend koordinieren, Zeitpläne, Organisationsrahmen und Textkriterien aufstellen müssen. Sie konkretisieren diesen Aspekt der Schreib-/Medienkompetenz in der Anleitung von (angehenden) Ingenieuren. Carmen Heine (Aarhus) stellt ihr kürzlich veröffentlichtes Modell zur Produktion von Online-Hilfen dar. Online-Hilfen sind eine inzwischen etablierte Textsorte, die Softwareprodukte begleiten und funktional wie formal beschreibbar sind. Auf der Basis von Schreibprozessdaten leitet die Vortragende Hinweise zur Produktion dieser Hilfstexte ab, diese Hinweise werden inzwischen auch in der Praxis genutzt. Johannes Dreikorn (Erlangen) schließt die Tagung mit seinem Vortrag zur Frage der Modularisierung von Schreibprozessen. Seine empirisch erhärtete These: Modularisierung von Schreibprozessen, so wie sie in der technischen Dokumentation zur Entlastung von Redakteuren, Übersetzern und Kostenstellen eingesetzt werden, könne zu unverständlichen und wenig authentischen Texten führen. Neben der Modularisierung als Form der elektronisch unterstützten Standardisierung von Arbeits-/Schreibprozessen bedarf es ebenfalls der individuellen Auseinandersetzung mit Schreibaufgaben.
Neben den beschriebenen Leerstellen in der theoretisch wie methodisch-didaktischen Auseinandersetzung zeigte das Symposium auch ein lebendiges und diskussionsoffenes Forschungsfeld. Gleichwohl zeigte das Symposium auch, dass es engerer Vernetzung der unterschiedlichen Akteure bedarf, um die Diskussion zu etablieren. Einrichtungen wie der prowitec e.V., der neben dem Zentrum für Medien und Interaktivität der JLU Gießen Hauptsponsor des Symposiums war, können neben den regelmäßigen Tagungen ein solches Forum bieten (http://www.prowitec.rwth-aachen.de/prowitec-ev/). Das nächste Symposium wird im Juni 2011 in Rapperswil (Schweiz) unter der Leitung von Annette Verhein stattfinden. Die Tagungsergebnisse des Giessener Symposiums werden im Peter Lang Verlag veröffentlicht und erscheinen im Herbst 2010.

Kirsten Schindler | Tagungen/Calls | Keine Kommentare Zum Seitenbeginn springen

Schreiben in Schule, Hochschule und Berif

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